Freitag, 21. November 2008





Heute und auch an manchen anderen Tagen kommen Gespräche auf wie: Ist Design Kunst? Heute bin ich zufällig via auf diese Seite gestoßen. Es passt sehr gut, da ich heute Abend in der AKI ein nettes Gespräch mit einer Mitstudentin hatte. U.a. ging es auch um das Thema, autonome Kunst und Grafik Design. Da bei uns auf der Hochschule beides auf dem Studienplan steht muss sich jeder Student nach dem ersten Jahr für eine dieser beiden Richtungen entscheiden (innerhalb der Autonomen natürlich in verschiedenen Richtungen: Malerei, gemischte Medien, Skulptur..)

Lehrer und auch Studenten betrachten uns kritisch. "Das ist doch keine Kunst. Ihr arbeitet doch nach Auftrag." Kommerziell also. Stimmt. Manchmal. Für bestimmte Leute, die diese Richtung einschlagen. Aber das es auch noch andere Dinge beinhalten kann, darüber denkt kaum jemand nach...

"Wir sind Künstler. Wir sind total crazy. Wir erobern die Welt. "Hauptsache anders sein" habe ich bei vielen der Kunststudenten das Gefühl. Und manchmal sehe ich diese Fassade sehr deutlich. Ich merke, dass sie in Wirklichkeit ganz anders sind...

Manche sind auf dem Boden geblieben. Sie gehen ihrem Talent nach, machen etwa was sie gut können, woran ihr Herz liegt. Sie sind einfach sie selbst. Manchmal anders, manchmal verrückt, aber sie selbst.

Auch Designer können Kunst machen, können Dinge in die Welt heraus schreien, ihre Gefühle ausdrücken.

hier und
hier


Was ist überhaupt Kunst?
"Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein."

Kommentare:

Marion hat gesagt…

dieses "isch-bin-künstler-isch-bin-total-kreativ-und-crazy-und-süper" geht mit total auf den wecker und macht mich manchmal auch ziemlich wütend...viele künstler können überhaupt nur überleben, weil sie auch auftragsarbeiten anfertigen. und ich kann auch nicht verstehen, was sooo schlimm daran ist. manche tun ja gerade so als würden sie damit ihre seele verkaufen. ich kann auftragsarbeiten nach kundenwunsch anfertigen, selbst wenn ich es persönlich noch so scheußlich finde...und ich kann für mich kunstwerke (oder wie man das auch immer nennt) anfertigen, nur nach meinen vorstellungen und dabei meiner kreativität freien lauf lassen...

nicki hat gesagt…

ja, du hast recht. es wird auch für die meisten so sein, dass auftragsarbeiten erledigt werden müssen...oder sie arbeiten im Supermarkt an der kasse. die illusion ein jeder "künstler" könne mit kunst sein brot verdienen, ist denk ich etwas naiv. manchmal funktioniert es und man hat gute jahre in denen alles verkauft wird.aber es gibt auch diese momente in denen das warten auf den verkauf eines "kunstwerkes" zum wahnsinn treibt...

liebe Grüsse :)

Maike Hemmers hat gesagt…

ich studiere ja auch autonom, würde aber niemals auf den Gedanken kommen Design zu verurteilen.
Ich denke, dass Designer den anspruch haben sollte ihr eigenes autonomes Ding darein zu bringen und somit im besten Fall auf jeden Fall Künstler sind.
Es gibt so viele wundervolle feine Sachen, die 'Design' sind. Gebrauchsgegenstände. Dafür da verkauft zu werden. Aber das ist doch okey. Ist doch super, wenn diese Dinge auch kleine Kunstwerke an sich sind.
Ist definitiv ein Thema über das ich mit meinen autonomen Kollegen schon diskutieren musste. Dumm eigentlich. Dumm von diesen Leuten. Und sehr im Blickfeld eingeschränkt. So gar nicht autonom ...

aelva hat gesagt…

ich finde deinen blog toll und deshalb habe ich dich einfach mal getagged :-)