
Es regnet nicht mehr. Seit gut 2 Tagen scheint die Sonne wieder. Aber in meinem Kopf donnert es und die Gedanken prasseln. Ich fühl mich wie unter einer Regenwolke, die mich überall hin verfolgt :)
Ich mache mir Gedanken darüber, was ich nun mit meinem Studium, nach meinem Studium und überhaupt mit allem was damit zusammenhängt anfangen will. Mmh, ich fang sehr früh damit an, zumal ich nun schon mehr als ein Jahr auf der Kunstakademie in Enschede bin und auch bald die 30 erreicht habe (oh gott) :). Es dauert bei mir einfach viel länger. Ich muss Dinge ausprobieren um zu wissen was ich NICHT will. Und ich weiß, dass ich NICHT die "geleckten" und "glatten" Dinge machen machen möchte, die in meinem Studiengang Art&Communication Design (oh Gott, schon allein diese Bezeichnung!) entstehen. Ich bin kein Entwerfer, der täglich in seinem Büro sitzt und Websites für grosse Unternehmen, Geschäftsleute usw. gestaltet. Ich will keine Modefotografin werden und mit Photoshop meine Fotos aufpuschen. Ich habe einen Graus vor dieser Arbeit. Und doch möchte ich kreativ sein. Ich möchte Geschichten erzählen mit meinen Fotos, mit meinen Collagen und vielleicht auch irgendwann ernsthaft mit ein paar Illustrationen. Für Kinder Dinge gestalten (dann kann ich doch ein wenig noch von meinem Beruf als Erzieherin profitieren). Überall im Netz begegnen mir Illustratoren, fantastische Illustratoren, die wunderbare Dinge machen.
Neben all diesen Gedanken müssen Lösungswege her. Meine Kunsthochschule gehört zur
ArtEz, eine Gemeinschaft von 3 Kunsthochschulen hier in den Niederlanden. Jede Hochschule mit eigenem Schwerpunkt. In Enschede ist es so, dass der eigentliche Schwerpunkt in der autonomen Kunst liegt, also Maler, Bildhauer usw. Daneben gehört eine kleine Abteilung Art und Communication Design, die eine wesentlich geringere Rolle spielt.
In Zwolle, einer der Partnerhochschulen, bietet dagegen einen Studiengang "Stories und Design" an. Eine Kombination zwischen Illustration und Design. Fächer wie Typografie, Fotografie, Animation und Illustration stehen dort auf dem Stundenplan. Nicht das diese Fächer nicht bei uns angeboten werden..das schon. Aber anders und nicht so intensiv. Die Fächer die für mich sehr wichtig sind spielen auf der AKI leider eine Nebenrolle.
Nun gut, zurück nach Zwolle: Am Dienstag habe ich mir die Hochschule mit Moniek (die dort schon 4 Jahre studiert hat) angeschaut. Mein Gefühl war von Beginn an sehr positiv. Die Dozenten waren interessiert, aufgeschlossen und hilfsbereit.
Das was ich von Studenten und Dozenten gehört habe passt zu mir und ich würde dort eher 'mein' Ding machen.
Natürlich kommt nun der Haken. Ich kann und will nicht wieder umziehen. Ich habe hier endlich seit ein paar Monaten ein schönes Zuhause. Auch Pim arbeite hier und ich will auf jeden Fall mit ihm zusammen wohnen. Das würde bedeuten, dass ich jeden Tag 1 Stunde und 15 Minuten im Zug sitzen würde, plus Fußweg zum Bahnhoh, zur Hochschule und wieder zurück. Also viel Fahrerei. Dann, wieder neue Menschen, wieder eine neue Situation, wieder die Frage: schaffe ich das?....das macht mir angst und bange.
So das war's. Bei denjenigen die bis hierher gelesen haben: Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit :)
Das musste nu auch mal sein.